Pilotprojekt im Sarajevo
Bezirksheizkraftwerk zeigt, dass Energiemessung der richtige Weg ist
In Sarajevo wurde in einer vergleichenden Untersuchung zwischen Anlagen mit Energiemessung und Anlagen ohne Energiemessung deutlich, dass die Energiemessung zu einer effizienteren Energienutzung beiträgt und gleichzeitig den Energieverbrauch senkt.
In Bosnien war - wie in anderen osteuropäischen Ländern - der Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft problematisch, insbesondere im Energiesektor. Bis 1998 war der Energiesektor staatlich subventioniert und die Energie kostete die Verbraucher so gut wie nichts.
Seit 1998 bezahlen die Verbraucher nahezu reale Heizpreise, aber die steigenden Öl- und Gaspreise haben in einer Reihe von Ländern zu hohen Defiziten der Staatsfinanzen geführt, sodass die Mittel zur Wartung und Modernisierung der bestehenden Kraftwerke fehlen. Auf der Suche nach Möglichkeiten zur Zerschlagung dieses Gordischen Knotens haben viele Kraftwerke versucht, Alternativen zur Senkung des Energieverbrauchs zu finden. Einer der Pioniere ist dabei das Bezirksheizkraftwerk Toplane Sarajevo, das ein bahnbrechendes Pilotprojekt zur Energiemessung umgesetzt hat. Das Bezirksheizkraftwerk Toplane Sarajevo besteht aus 125 Kesselhäusern.
Hightech-Lösung von Kamstrup
Das automatische System zur Zählerablesung, für das sich das Bezirksheizkraftwerk Toplane Sarajevo entschieden hat, ist eine Komplettlösung von Kamstrup. “Vor dem Umsetzung dieses Projekts haben wir unsere technischen Anforderungen sowie weitere wichtige Bedingungen in einer Spezifikation zusammengestellt und eine Ausschreibung durchführt. Kamstrup legte das überzeugendste Angebot aller Anbieter vor.
Kamstrup erfüllte alle unsere technischen Anforderungen, und wir kannten Kamstrup und seine Produkte aus einem früheren Pilotprojekt, sodass die Entscheidung ganz klar fiel”, erläutert Mirzo Hadhzialic.
Die Lösung besteht aus einem Ultraschallwärmezähler, MULTICAL® CDE, mit einem eingebauten Sendermodul. Dessen einzige Funktion besteht darin, Daten von den Zählern zu einer MULTITERM-Handheld-Einheit mit einer Antenne zu übertragen. Diese befindet sich in einem Fahrzeug, das den Bereich abfährt und die Messwerte der Zähler erfasst. Auf diese Weise wird vermieden, dass ein Ableser die einzelnen Gebäude betreten muss, eine Vorgehensweise, die für die Verbraucher besonders bequem ist und ihre Privatsphäre schützt.
“Wir sind begeistert von den Kamstrup-Produkten. Die Standards hinsichtlich Technik und Qualität sind sehr hoch, und sie erfüllen alle unsere Erwartungen und Vorschriften”, betont Mirzo Hadhzialic.
Ein Modell für andere
Das Messungsprojekt im Bezirksheizkraftwerk Toplane Sarajevo wurde zu einem Modell für Bosnien. Ein großer Teil seines Erfolgs kann der umfassenden Information der Kunden zugeschrieben werden.
“Vor Beginn des Projekts haben wir Broschüren und Faltblätter an alle unsere Kunden geschickt, in denen das Projekt und die Vorteile der Energiemessung erläutert wurden. Wir haben auch umfassende Informationen über den Messprozess in die Medien gebracht und dabei die potenziellen Anstrengungen und Vorteile hervorgehoben. Wir sind überzeugt davon, dass die Messung ein Vorteil für alle ist - unsere Kunden sparen Geld, die Kraftwerke können Ausgaben für Brennstoffe sparen und die finanzielle Belastung des Landes insgesamt wird verringert. Da Bosnien nicht über eigene fossile Brennstoffe verfügt, müssen wir Gas aus Russland importieren. Die Senkung des Energieverbrauchs im Land führt natürlich dazu, dass wir weniger für importierte Brennstoffe ausgeben müssen”, schließt Mirzo Hadhzialic ab.
Eine Folge des Pilotprojekts war ein kürzlich verabschiedetes Gesetz zum Verbraucherschutz, das festlegt, dass Energie nach dem tatsächlichen Verbrauch und nicht nach der Grundfläche abzurechnen ist. Im nächsten Jahr plant das Heizkraftwerk Toplane Sarajevo die Einführung einer echten Messung und Rechnungstellung auf der Basis des Energieverbrauchs.
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Energieeinsparungen zwischen 5 und 10 % erwartet Mirzo Hadhzialic erklärt:
Wenn man bedenkt, dass mehr als 20 % des BIP für Energie ausgegeben werden, so ist das ein beachtliches Ergebnis. Wir planen, Sammelzähler vor den Gebäuden zu installieren und den Gesamtenergieverbrauch des Gebäudes anteilig auf unsere Kunden (Wohnungen) umzulegen. Einzelzähler werden in der nächsten Phase des Projekts kommen.“ |
